Powidltascherl mit Haselnussbrösel

Powidltascherl

Ein Klassiker der österreichisch-böhmischen Mehlspeis-Küche: Selbstgemacht natürlich mit keinem Fertigprodukt zu vergleichen!

Wenn dem Wiener was powidl is‘, so ist es ihm schlichtweg blunzen, egal, es interessiert ihn nicht. Das gilt allerdings nicht für den Powidl per se, der in der österreichisch-böhmischen Küche in zahlreiche Mehlspeisen gefüllt oder dazu gereicht wird, etwa Datschgerl (Erdäpfelteigtaschen), Germknödel, Buchteln, Pofesen, Krapfen und Liwanzen. Die Herstellung von Powidl ist zwar – um im Wienerischen zu bleiben – eine Mörderhackn, geschmacklich ist der eigene dem gekauften aber weit überlegen.

Zutaten für ca. 16-18 Tascherl:

1 kg Zwetschken (ergibt ca. 250 g Powidl)

250 g (am besten am Vortag) gekochte Erdäpfel, geschält
25 g Butter, zimmerwarm
100 g Mehl
25 g Grieß
1 Eidotter
1 Prise Salz

150 g Powidl
1 EL Rum
10 g Feinkristallzucker
1/2 TL Zimt
1 Ei

40 g Butter
80 g Semmelbrösel
20 g geriebene Haselnüsse
Staubzucker

Für den Powidl am Vortag Zwetschken waschen, entsteinen und in grobe Stücke schneiden. In einen großen, tiefen Topf füllen und pürieren. Aufkochen und bei geringer Hitze offen köcheln lassen, dabei regelmäßig umrühren, damit das Zwetschkenmus nicht anbrennt. Den Topf am besten mit einem Spritzgitter abdecken, da die Masse Blasen wirft und „spuckt“. Powidl so lange weiterkochen und umrühren, bis aus den Zwetschken eine dunkle, zähe, an der Oberfläche glänzende Paste geworden ist. Heiß in ein steriles Glas füllen, gut verschließen und bis zur weiteren Verwendung dunkel und trocken lagern.

Für den Teig Erdäpfel durch eine Erdäpfelpresse drücken oder mit dem Erdäpfelstampfer fein zerdrücken und auf einer sauberen Arbeitsfläche mit Butter, Mehl, Grieß, Dotter und Salz zu einem homogenen Teig verkneten. Zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und kurz im Kühlschrank rasten lassen.

Für die Füllung Powidl mit Rum, Zimt und Zucker glatt rühren. Erdäpfelteig 5 mm dick ausrolen und mit einem Ravioliausstecher oder einem Glas mit 8 cm Durchmesser Kreise ausstechen. In die Mitte jedes Kreises einen guten TL Powidl setzen, die Ränder mit wenig verquirlten Ei bepinseln und die Tascherl zusammenklappen. Wer keinen Ausstecher verwendet, drückt die Ränder einfach mit den Zinken einer Gabel fest. In einen großen Topf in leicht gesalzenes, kochendes Wasser einlegen, einmal aufkochen lassen und 6 Minuten leicht wallend ziehen lassen.

In der Zwischenzeit in einer großen, flachen Pfanne Butter schmelzen und die Semmel- und Haselnussbrösel einrühren. Bei mittlerer Hitze vorsichtig goldbraun rösten. Die fertigen Powidltascherl aus dem Wasser heben, abtropfen lassen und in den Haselnussbröseln schwenken. Mit Staubzucker bestäubt servieren.

Erdäpfelteig und Füllung adaptiert nach einem Rezept von Adi Bittermann & Renate Wagner-Wittula aus „Die Wiener Küche“ , S. 306 & S. 399.

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5 Kommentare zu “Powidltascherl mit Haselnussbrösel

  1. mmmh, das hört sich ja vorzüglich an! Die Wienerische Küche kommt hier im Norden leider viel zu selten auf den Tisch und wenn man deine Fotos so sieht, finde ich es gleich noch bedauerlicher. Da sollte ich mich wohl mal an diese „Mörderhackn“ wagen! 😉 Vielen Dank für das Rezept und eine schöne Woche! Liebe Grüße, Theresa

  2. Beim Anblick deiner Bilder mir ja ordentlich das Wasser im Mund zusammen, dabei hab ich gerade gegessen. Ich glaube, ich muss mich mal an selbst gemachtem Powidl versuchen, wie lange hast du ihn ca. kochen lassen?
    LG
    Elisabeth

  3. Servus Sonja,

    Dein Blog ist große Klasse! Und die Wienerische Küche wird endlich mal entsprechend gewürdigt!
    Ich hätte eine Frage zu deinem Erdäpflteig.
    Und zwar nimmst du festkochende Erdäpfl oder mehlige?
    Ich mache meinen Erdäpflteig sonst mit festkochenden, wollte jetzt aber wissen mit welcher Sorte zu Deinen machst.

    Mein Powidl ist auch schon fast fertig, nur noch umfüllen.
    Vielen Dank für die Inspiration!!

    Über eine kurze Info würde ich mich freuen.

    Liebe Grüße aus Bayern
    Vanessa

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